Entwurfshilfen

Die Arbeit mit der Spritzpistole ist im Prinzip eine handwerkliche Tätigkeit und eine solche ist durch Übung erlernbar. Der Grad der Perfektion, den man erreicht, dürfte individuell verschieden sein und es wird immer welche geben die es besser können. Das ist zwar frustrierend, sollte einen aber nicht an weiterer Übung hindern. Im Laufe der Zeit bekommt man ein Gefühl für das Zusammenspiel der Faktoren die für ein annehmbares Spritzergebnis nötig sind. Luftdruck, Abstand zum Malgrund, Farbfluss-Steuerung sowie Art und Geschwindigkeit der Handbewegungen werden nach geraumer Zeit instinktiv ausgeführt. Diesen Punkt erkennt man daran, dass man beginnt nicht mehr darüber nachzudenken, welche Handgriffe nötig sind, sondern beobachtet wie die Farben aufgetragen werden. Die Probleme liegen zum großen Teil in den Vorarbeiten. Das zunächst eine Idee vonnöten ist, welche Art Bild man malen möchte, liegt auf der Hand. Diese Idee sollte man nun skizzieren, wobei Bleistift immer noch die sinnvollste Lösung darstellt, weil man hier auch neunzig mal radieren und überzeichnen kann, bis man annähernd das auf dem Papier hat, was vorher nur im Kopf zu sehen war. Wen jemand nicht so gut zeichnen kann, muss er eben improvisieren. Durchpausen ist eine Möglichkeit. Im nächsten Copyshop kann man etwaige Vorlagen nach belieben vergrößern oder verkleinern lassen und diese wiederum auf den Malgrund pausen. Wer gerne mit losen Masken arbeitet, kann, wenn er zwei oder mehr Kopien der Skizze hat, direkt aus denselben positive und negative Masken schneiden und diese, anstatt Maskierfolie verwenden. Weiterhin lassen sich mit Hilfe von Epidiaskopen oder Tageslichtprojektoren Bilder auf die Skizzierfläche projizieren, um dann die Konturen nachzuzeichnen. Die beste Kontrolle über seine Hand hat man bei schräg vom Körper weg nach außen führenden Bewegungen. Wer eine Schraffur anlegt wird feststellen, das er intuitiv das Blatt schräg zum Körper legt, um halbwegs parallele Striche zu bekommen. Bei einer freien Zeichnung kann man das Blatt immer in den gerade nötigen Winkel zum Körper legen. Beim Nachzeichnen der Konturen eines projizierten Bildes ist das nicht oder nur schwer möglich. Wer um seinen Tisch herumgehen kann ist aus dem Schneider, alle anderen müssen sich eben verrenken. Denn die Vorzeichnung sollte so detailliert und genau wie möglich gearbeitet werden, schließlich basieren alle folgenden Arbeitsschritte auf ihr. Das pausen der Vorzeichnung auf den Malgrund erfolgt am besten mittels eines Leuchttisches. Die sind teuer, also bauen wir uns selber einen. Glasplatte auf ein Gestell, Lampe drunter, fertig. Wer die Glasplatte weiß übertüncht bekommt ein schön diffuses Licht. Zur Not kann man auch den ganzen Kram ans Wohnzimmerfenster halten, sofern keine Sonnenfinsternis droht. Einfache Vorzeichnungen, die nicht viele Details enthalten, lassen sich aus Gründen der Zeitersparnis auch direkt auf die Folie pausen. Dann kann man sich aber keine Fehler mehr in darauffolgenden Arbeitsschritten erlauben. Erneuerung von Teilen der Maske hat logischerweise den Verlust des dort vorhandenen Ausschnittes der Skizze zur Folge. Das zweite Problem sind die, wenn auch feinen, irritierenden Linien auf den ausgeschnittenen Maskenteilen, wenn man sie zur Schonung bereits bearbeiteter Flächen wieder in Ihre Position einpassen muss. Bei komplizierten Entwürfen muss man sich wohl oder übel mit den Bleistiftstrichen auf dem Malgrund arrangieren. Wer wie ich gezwungen ist aus Zeitgründen seine Bilder über Tage verteilt zu den Zeiten zu bearbeiten, wo gerade nichts anliegt ist dies umso sinnvoller, da die Folie nicht übermäßig lange auf dem Grund verbleiben sollte, da sie mit diesem zu fest verkleben kann.                                                     

zurück zur Auswahl

Farben

Farben sind Geschmackssache. Ich benutze auf sämtlichen Untergründen fast ausschließlich solche der Firma Schmincke, sowie recht selten solche der Firma Hansa (aero-pro). Ob sie besser oder schlechter als andere sind, vermag ich nicht zu sagen. Ich habe damit angefangen und bin schlicht dabei geblieben, zumal man im Lauf der Zeit die Farben und ihre Mischungen kennen lernt und weniger experimentieren muss. Im Gebrauch ist sie ab 1 zu 1 aufsteigend mit Wasser verdünnt, was sich gut mit 200er Düsen sprühen lässt. Zur Versiegelung auf Airbrush-Papier nehme ich Schminckes Aero Color Lack. Ich habe eine Reihe Firnisse probiert und mich häufig über die unregelmäßigen Muster geärgert, die dabei entstanden. Es hängt wohl damit zusammen, dass der bemalte Untergrund den Firnis unterschiedlich stark aufsaugt. Mit dem oben genannten Lack bin ich bislang von diesem Phänomen verschont geblieben. Falls dazu jemandem irgendwelche Tricks bekannt sind, bitte ich um Mitteilung.

zurück zur Auswahl

Grundierung

Ich verwende auf allen Materialien Schmincke Airbrush Grund und Medium, bislang ohne Ärger. Alternativ lässt sich auch Primacryl Malmittel nehmen, welches zur Haftverstärkung auch direkt in die Farbe gemischt werden kann. Teils grundiere ich auch Papier, was eigentlich nicht nötig sein sollte, aber bei häufigem auf und abziehen von Maskierfolie lassen sich so Schäden an der Farbschicht minimieren. Blech habe ich teils mit 08/15 Grundierung aus dem Autoersatzteilehandel grundiert, die es günstiger weise auch in weiß gibt. Untergrund natürlich aufrauen. Darauf lässt sich sehr schön brushen, jedoch haftet (zumindest hat es bei mir nie funktioniert) Maskierfolie schlecht oder gar nicht, was zur Verwendung loser Masken zwingt. Wer hier andere Erfahrungen gemacht hat, oder Tipps kennt, möchte sie mir doch bitte mitteilen. Alte Lackschichten auf Metall lassen sich nach Aufrauen gut mit Airbrush Grund und Medium vorbereiten.

zurück zur Auswahl