Kompressor
Membrankompressoren kann man getrost
vergessen, da sie pulsierende Luft erzeugen. Kolben bzw.
Kesselkompressoren, die auf
Airbrushbelange zugeschnitten sind, verfügen über einen
kleinen Tank, Druckminderer und Wasserabscheider. Da sie mit Motorchen betrieben
werden, mit denen man sonst Kühlschränke zu betreiben pflegt,
sind sie angenehm leise und produzieren somit selten
Herzinfarkte wenn sie anspringen während man gerade
konzentriert auf seine Arbeit starrt. Aber sie haben einen
entscheidenden Nachteil, sie sind sehr teuer. Zum Vergleich:
Ein Airbrushkompressor
mit 9 Liter Tank, 50 Liter Ansaugluft pro Minute und 8 bar
Maximaldruck kostet im Schnitt 1100 DM. Für 1100 DM kann man
sich vier Industriekompressoren kaufen, wobei jeder über 180
Liter Ansaugleistung, 8 bar Maximaldruck und 24 Liter
Tankvolumen verfügt. Bei den meisten Baumarktangeboten bleibt
sogar noch etwas übrig, davon kann man dann noch einen
Wasserabscheider mit integriertem Druckminderer kaufen.
Der einzige Nachteil ist die Lautstärke,
doch daran kann man sich gewöhnen, gegebenenfalls muss man die
Arbeit kurzzeitig unterbrechen, bis der Motor nach Erreichen des
Maximaldruckes wieder ausspringt. Vielleicht gelingt es ja auch
die Nachbarn
an das
Geräusch zu gewöhnen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich
versichern, dass, speziell an Wochenenden, das Kompressorgeräusch
ohnehin nur schwerlich aus dem Lärm ringsherum knatternder
Rasenmäher herauszufiltern ist. Davon abgesehen kann bei einem
Kesselvolumen von 24 Litern und 2 bar Arbeitsdruck an der
Pistole sehr lange gespritzt werden, bevor der Motor für kurze
Zeit anspringt.
Ich arbeite hauptsächlich mit einem Industriekompressor italienischer
Provenienz, der über einen 50 Liter Kessel, 300 Liter
Ansaugleistung und 10 bar Maximaldruck verfügt, wobei das Ding
inklusive einiger zusätzlicher Werkzeuge 350 DM gekostet hat.
Bei derartigen Preisunterschieden denke ich, dass das Geräusch
des Motors relativiert werden darf und zur Ansichts- bzw.
Geschmacksache wird. Diese Kompressorgröße ist natürlich nur
sinnvoll, wenn man, wie in meinem Falle, einen Großteil der
Werkstattausrüstung damit betreibt, wovon die Spritzpistole nur
einen Bruchteil darstellt.
Maskierfolie
Es gibt bekanntlich allerlei
verschiedene Marken und Größen von Maskierfolie. Ich hatte zu
Beginn meiner Brusherei häufig
das Problem, dass bei entfernen der Folie Farbe mit abgelöst
wurde. Das passierte ausschließlich auf Papier, bei Blech oder
Kunststoff klappte es reibungslos. Bei meiner Hilfesuche empfahl
man mir vom Airbrush-Studio München aus eine Folie, die sich
X-Film nennt, zu benutzen. Diesen Rat habe ich befolgt und damit
sehr gute Erfahrungen gemacht. Selbst mehrfaches Abkleben ist
nunmehr wesentlich risikoärmer. Der Film ist etwas dicker als
gewöhnlich, aber sehr gut schneidbar und vergleichsweise preisgünstig.

Radierer
Lichter und Reflexe lege ich je nach erforderlicher
Größe durch Schaben mit dem Skalpell, und/oder einem
Radierstift mit nicht zu weicher Mine an. Die Mine wird dem
Bedarf nach zugeschnitten, also konisch für Punktförmige
Lichter und keilförmig für schmalere Linien. Gröbere bzw.
breitere Lichter werden direkt mit dem Radiergummi angelegt.
Grobe Fehler die den Stift überfordern kann man schön mit dem
Air-Eraser von Paasche korrigieren. Dieses Minisandstrahlgerät
in Airbrushform trägt verlässlich störende Farbe ab (und den
darunter befindlichen Malgrund, wenn man zu lange auf eine
Stelle hält). Die Umgebung sollte mittels Folie oder anderen
Masken geschützt werden, was auch günstig ist, um saubere
Kanten zu radieren. Nach dem strahlen sollte man sehr vorsichtig
den Sand zunächst vom Papier schütteln und anschließend
ebenso sorgfältig herunterblasen. Nicht direkt mittels Pinsel
oder Tischbesen herunterfegen, da er durch den Druck wie jedes
Schleifmittel feine nur mäßig schöne Riefen in die Farbe
ziehen kann. Gute Ergebnisse erzielt man bei etwa 4 bar und
nicht mehr als bis zu 2/3
gefülltem Staubbehälter, um ausreichende Aufwirbelung des
Staubes zu sichern. Empfehlenswert ist die Verwendung ausschließlich
im Freien. Der Staub sitzt
nach dem
strahlen buchstäblich überall, wer kann, sollte auch den
Kompressor drinnen lassen und nur mit Eraser und sehr langem
Schlauch in sichere Entfernung zu allem teuren und schwer zu
reinigendem gehen.

Reinigung
und Spraz out
Die Reinigung der
Airbrushs kann mit den
handelsüblichen alkoholhaltigen Reinigern erfolgen. Zur
Zwischenreinigung bei Farbwechsel, oder weil die im Napf
befindliche Farbe beginnt an den Rändern zu trocknen, reicht
auch eine 2% Lösung des Reinigers mit Wasser oder purem Wasser.
Wer Seifenlaugen oder ähnliches verwendet, sollte sehr gut
nachspülen, am besten abschließend noch einmal mit Reiniger,
da Seifen in der Pistole Schmierfilme bilden können. In diesem
klebende Schmutz- und Farbpartikel pflegen sich dann irgendwann
unverhofft zu lösen und verstopfen die Düse. Wattestäbchen haben bei der Reinigung
nichts zu suchen, da sich von ihnen Flusen lösen, welche
wiederum die Düse verstopfen können. Solange man beim reinigen
den Napfinhalt brav direkt ausschüttet ist diese Gefahr gering,
aber das abschließende durchblasen der Reinigungslösung durch
den Farbkanal zum reinigen der Düse kann dann genau das
hervorrufen, was man vermeiden wollte, denn die Partikel und
Flusen schwimmen mit in Richtung Düse und können sich dort
festsetzen. Bei längerer Arbeitsunterbrechung ist es immer
empfehlenswert eine gründliche Reinigung durchzuführen, wobei
auch die Nadel entfernt und poliert werden sollte. Die
Nadeldichtung zwischen Farbnapf und Hebelmechanik im mittleren
Teil der Pistole pflegt in einem engen Kanal zu sitzen, der
ohnehin kaum zu erreichen ist. An der Nadel im Bereich der
Dichtung eingetrocknete Farbe kann wie eine Klebverbindung
wirken, sodass die Dichtung Schaden nimmt, wird die Nadel wieder
bewegt. Insbesondere gilt dies für Zwei-Komponenten-Lacke, wie
sie auf Metall verwendet werden. Hier hilft nur Nase zuhalten
und mit dem Lösungsmittel, das zur Verdünnung des Lackes
verwendet wird, die gesamte Pistole reinigen.
Der
Spraz out besteht
bei mir aus einem leeren Erdnussbutterglas, in dessen
Kunststoffdeckel zwei Löcher gebohrt sind. Das eine Loch ist
von der Innenseite des Deckels her mit einem Stück einer
Atemschutzmaske abgedeckt und übernimmt die Filterung der
austretenden Luft. Im zweiten steckt bündig ein 10 cm langes
Schlauchstück zur Aufnahme des Airbrushkopfende. Vom ästhetischen
Aspekt her bietet das Eimerchen keinen sonderlich erbaulichen
Anblick, aber es erfüllt seinen Zweck zufriedenstellend.
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