"DOUBLE ACTION" AUF BRETTERN

Geschrieben, entworfen, ausgearbeitet und photografiert von Kai Blume

 

Die folgende Arbeit scheint mir für Anfänger aufgrund der verschiedenen Materialdarstellungen geeignet, zumal sie recht einfach in der Ausführung ist:

Folgende Werkzeuge kommen zum Einsatz : Airbrushpapier, Papier, Maskierfolie, lose Masken, Abdeckband, Skalpell, Radierstift, Bleistift, Proxxon AB 300, Olympos SP-B-Special, Hansa Schwarz, Schminke Ocker, Umbra und Caput Mortuum, sowie gemischtes Blaugrau mit Cyanblau versetzt. Alle Farben werden stark verdünnt (min. 3:1), lasierend aufgetragen.

Die Reihenfolge der Arbeitsschritte kann abgeändert werden, eignet sich in beschriebener Form aber für Arbeiten, die über einen längeren Zeitraum hinweg bearbeitet werden müssen. Vorliegendes Bild musste aus Zeitgründen auf zwei Tage gestreckt werden. Um die Folie nicht zulange auf dem Papier belassen zu müssen, wurde an einem Tag der Hinter-/Untergrund herausgearbeitet und am folgenden Tage die Pistole. Besser einmal zuviel maskiert, als nach zu langer Klebezeit die Folie mitsamt der Farbe vom Papier zu ziehen. Das Aufbringen einer dünnen Schicht Haftgrund auf bereits besprühte Flächen vermindert das Ausreißen von Farbe auch recht effektiv, vermindert daneben auch die Folienhaftung -  was allerdings auch Nachteile haben kann.

Auf dem Träger einer Maskierfolie ist die Skizze schlicht durch Abzeichnen einer Airbrushpistole entstanden, die der Motividee entsprechend leicht verändert wurde. Die Trägerschicht eignet sich neben der Sparsamkeit auch durch die Rasterzeichnung, welche die Darstellung geometrischer Körper unterstützt. Die Skizze entstand mittels eines Folienstiftes. Die Skizze wird auf einen Bogen 25-35 cm Airbrushpapier übertragen und mit Folie abgedeckt. Der Rand des Bogens wird  mit Abdeckband überklebt, um im Abschluss einen weißen Rand zu bekommen. Alle folgenden Farbaufträge sind mit einer Olympos SP-B entstanden. Für Bilder dieser Größe scheint eine 200 Düse ausreichend.

Die Außenkontur der Skizze wird komplett ausgeschnitten und, bei vollständig abgedeckt bleibender Pistole, leicht schräg  versetzt wieder auf das Papier aufgebracht, mit einigen Korrekturen an Details. Der entstandenen Versatz wird nun mit 1:3 verdünntem Hansa Schwarz angenebelt, um den Schatten der Pistole auf den Bodenbrettern, auf welchen sie liegen soll, zu erzeugen. Bis auf die abgeklebt bleibende Pistole wird das ganze restliche Papier demaskiert, um mit dem Hinter-/Untergrund zu beginnen. Zunächst werden mit Hilfe zweier eng nebeneinander gelegter Lineale,  die schwarzen  Fugen gebrusht. Lineale eignen sich ihrer Dicke wegen etwas weichere Konturen zu erreichen, über Folie gespritzt wäre der Rand zu scharf geworden.

Nach Anlegen der Fugen wird ebenfalls mit verdünntem Schwarz der Fugenbereich leicht übernebelt, dadurch wirken die Dielen  etwas „ausgelatscht“. Einige weitere Nebelungen im Holzbereich dienen als Unterfütterung für die nachfolgende Maserung.

Die Maserung selbst wird mit verdünntem Umbra angelegt, indem mehrfach unregelmäßige, unscharfe Linien jeweils in einer Generalrichtung angelegt werden. Durch über einen Punkt gelegte konzentrische Kreise oder auch Ovale, ganz nach Geschmack, wird der Eindruck von Astlöchern erzeugt. Sollten sie zu schwach ausfallen, lassen sie sich ohne weiteres nachträglich mit verdünntem Schwarz schärfer konturieren, nur umgekehrt gäbe es Probleme. Grundsätzlich empfiehlt sich der Beginn mit der dunkelsten Farbe, wobei man immer Richtung Hell arbeitet. Das hat neben der Fehlereinschränkung den Vorteil, dass verschiedentlich nicht neu maskiert werden muss, da zu bebrushende Bereiche an Schwarz grenzen, wo Overspray kaum auffällt, teils sogar gewünscht ist!

Sind ausreichend Maserungslinien entstanden, wird der gesamte Holzbereich unregelmäßig mit stark verdünntem Ocker übernebelt, das gibt dem Motiv etwas Tiefe und verstärkt den Holzeffekt.

 

Nun wird der Knauf der Double Action abgeklebt und wieder an der Außenkontur ausgeschnitten. Die Detailarbeiten werden nur knapp mit Folie bedeckt, der Rest des Airbrushbogens mit Papier vor Overspray geschützt. Dadurch arbeitet man immer leicht im dunklen, also gut die bereits angelegten Farben im Kopf behalten, damit nicht zu große tonale Schwankungen auftreten. Auch im Knaufbereich werden zunächst mit stark verdünntem Schwarz die jeweiligen Schattenbereiche herausgearbeitet, sowie mittels zweier flacher Schablonen die Maserung angelegt, diesmal parallel und linear, um den Eindruck von Kunststoff zu erwecken. Mittels einer kleineren, geschnittenen Schablone wird zusätzlich mit Schwarz der Schattenbereich einer Vertiefung in der Griffschale angelegt. Diese Vertiefung bekommt ein „Anti-Slip-Profil“, das mit schwarz durch ein Stück Sieb gesprüht entsteht. Der Schattenbereich liegt hier dem Lichteinfall  zugewandt, um die Vertiefung anzudeuten.

 

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