Fortsetzung Step by Step

"DOUBLE ACTION" AUF BRETTERN

Geschrieben, entworfen, ausgearbeitet und photografiert von Kai Blume

 

Die dunklen Bereiche werden anschließend mit verdünntem Umbra weiter ausgearbeitet und abschließend mit Caput mortuum übersprüht.

Nun folgt die Anlage des metallischen Teiles der Pistole. Da der Körper im Prinzip aus zusammengesetzten Zylindern besteht, bleiben die Spiegelungen größtenteils auf Linien beschränkt, abgesehen von kleineren Spiegelungen, wie die des Napfes oder der Hebel - diese sollten zylindrisch verzerrt herausgestellt werden, was den Eindruck einer glänzenden Oberfläche verstärkt. Die einfachste Methode besteht darin, sich eine Pistole auf den Tisch zu legen und  die Effekte abzumalen. Im vorliegenden Bild ist allerdings Blau hinzugekommen, um den Freilichteindruck zu erhalten. Ebensogut kann man auch eine imaginäre Zimmerdecke abbilden, das ist Geschmackssache.

 Daneben sollte man sich z.B. einige verchromte alte  Maschinenteile in der Nähe halten, um sich bei diffizilen    Spiegelungen Rat zu holen. Manche Verzerrungen sind so komplex, dass Abmalen schlicht die beste Lösung  bleibt. In unserem Fall brauchen wir das nicht, da, wie gesagt, alles im Rahmen von Zylindern bleibt. Auch hier  beginnt man mit dem Anlegen der schwarzen Bereiche, die hier irgendwelchen, gespiegelten, imaginären  Horizonten und/oder Gegenständen entsprechen, wobei die Ausrichtung und Form dem jeweiligen Untergrund  angepasst wird - also linear auf dem Corpus, gewölbt auf dem Napf usw..

 In den äußeren Bereichen des Corpus spiegelt sich zusätzlich der nahliegende Untergrund wider. Daher wird hier   mit Umbra und Ocker die Holzfarbe des Untergrundes nachempfunden. Auf der Oberseite wiederum spiegelt sich  der Himmel, welcher Blau angedeutet wird. Dazu kann Kobaltblau genommen werden oder mit Cyan vermischtes  Blaugrau, wie in diesem Falle. Ebenso auf der oberen Seite bleibt eine Linie ganz weiß, die reflektiertem Licht  entsprechen soll.

Nun folgen noch mittels Lochschablone und in Acetat geschnittenem Kreuz einige Schrauben und der mit der Airbrush zu bearbeitende Bereich des Bildes ist fertig.

 Das abschließende Anlegen von Lichtern und Reflexen erfolgt ausschließlich durch schaben mit dem Skalpell,  sowie durch einen Radierstift. Weiche Highlights werden radiert, scharfe oder sehr kleine mit dem Skalpell  gekratzt/geschabt. Hierbei auch die kleinen Effektchen, wie die Reflexe auf den Schraubenköpfen etc., nicht  vergessen. Das Anlegen der Lichter ist ein Geduldsspiel, bringt aber Vorteile bezüglich des räumlichen Eindruckes.  Nach Möglichkeit sollte der Einsatz von weißer Farbe unterbleiben, es wirkt im Gegensatz zu „radiertem“ weiß   aufgesetzt.

 Jetzt das Bild eine Weile liegen lassen und zwischendurch nachsehen, was man vergessen hat. Wenn wirklich  nichts fehlt, was bei mir selten der Fall ist, kann Firnis aufgetragen werden. Der Firnis wird verdünnt in mehreren  Arbeitsgängen mit der Proxxon 300 aufgetragen. Auf Papier bevorzuge ich Schminke Aero Color Lack  Glanzversiegelung und Ledergrundierung. Sie erzeugt einen homogenen samtartigen Auftrag, im Gegensatz zu  einigen Sprühversiegelungen, die vom gefärbten Untergrund verschieden stark aufgesogen werden und somit einen  unregelmäßigen Auftrag erzeugen. Das ist aber, wie alles, Geschmackssache.

 

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